• Hallo Leute,

    der Gedanke irgendwann einmal aus zusteigen schwebt bei mir immer im Hinterkopf. Warum, weil ich manchmal in dunklen Tagen keinen Bock mehr darauf habe, Teil eines oder dieses blöden Systems zu sein. Alles was ich tue, möchte ich nur dann tun, wenn ich auch Lust dazu habe. Alleine das regelmässige morgens aufstehen geht mir gegen den Strich.


    In Urlaub fahren, wenn alle fahren, kotzt mich an. Ich hasse große Gruppen und Ansammlungen von Leuten. Ich mag nicht in der Schlange stehen, verzichte dann lieber auf das, was mich erwartet.


    Meine Vorstellung von Auswandern hat sich mit den Jahren immer etwas verändert. Erst US West Coast (zu populär), dann Kanada (zu kalt), Malle (zu voll), Australien (zu heiss und mir stehen keine Hüte oder Caps)... Was bleibt ist New Zealand, eine gute Mischung aus allem. Die Corp für die ich arbeite hat dort auch einen Standort, müsste also nicht von vorne anfangen. Was fehlt, Mut und die hundertprozentige Überzeugung, gepaart mit Meiner Bequemlichkeit.

    Ich denke oft, was würde sich denn ändern? Du kannst nicht einen auf Kelly machen. Selbst er hat einen geregelten Tagesablauf.

    Fazit: Ich lasse den Gedanken als Teil meiner Sehnsüchte gedeihen und warte darauf, dass irgendwann mal eine Initialzündung alles verändern wird...



    Und ihr so?

  • Man weiß halt nicht, ob man nach dem Auswandern dann wirklich zufrieden ist. Ich hatte den Gedanken auch schon.


    Ich glaube aber das bei mir der Traum vom Auswandern nur kam, weil man immer das haben will, was man gerade nicht unmittelbar verfügbar hat. Und nach einer gewissen Gewohnheit, einem nur noch die Dinge auffallen, die stören. Und die stören extrem. Man vergisst dann zu schätzen, was man hat...


    In DE kann ich momentan noch sehr bequem leben. Egal, wie schlecht DE manchmal dargestellt wird. Sämtliche Lebensmittel sind fast rund um die Uhr verfügbar. Wir haben eine vernünftige Krankenversicherung, und jedes Medikament verfügbar. Du kannst dich fast überall darauf verlassen, dass der Notarzt in 10-15 Minuten bei dir ist. Wir haben ein soziales Netz, egal, was dir passiert, du hast i.d.R. immer ein Dach übern Kopf (außer man legt es drauf an, keins zu haben).

    Wir haben für alles Vorschriften, ja das ist manchmal nervig und nicht immer nachvollziehbar, aber gerade diese machen DE auch sehr wohnenswert. Dadurch haben wir einen sehr gut funktionieren Arbeitsschutz, für den uns die meisten beneiden. Wir haben Trinkwasser aus der Leitung (die Vorgaben sind hier übrigens strenger als die Regelungen für Mineralwasser im Supermarkt). Gibt's bestimmt noch mehr aber darauf will ich nicht hinaus.
    Im Vergleich kannst du dich in DE sicherer fühlen als in den meisten anderen Ländern der Welt.


    Als Deutsche darf ich auch beinah in jedes Land ohne größere Visa-Anträge reisen. Ja klar, man muss als Auswanderer nicht seine Nationalität ändern, aber wenn man da langfristig bleiben will und eine Familie gründet, sollte man auch an sowas denken.


    Ich will nicht bestreiten, dass manches nicht extrem schief läuft in DE, aber jeder hat eine Lernkurve oder?

    Das mit dem Auswandern würde bei mir auch ablaufen wie es auch mit dem Umzug in die nächstgrößere Stadt war. Erst will man es unbedingt haben, und will die negativen Punkte nicht einmal hören, dann ist man eine zeitlang gehyped bis... ja bis man dann wieder das nächste Ziel im Auge hat. Muss ja nicht immer heißen, dass man es bereut und gleich wieder rückgängig machen will - aber irgendwie kommt man auch nie im Ziel an und irgendwann muss man sich auch aktiv dafür entscheiden *jetzt* zufrieden zu sein und nicht erst, wenn ich dies und jenes noch erledigt habe, damit ich dann zum Rentenalter endlich mal glücklich sein kann....

  • Bin inzwischen so Bescheiden, dass ich mich von einem großzügigen Landhaus verabschiedet habe und eigentlich auch nur noch ins Ausland in ein kompaktes und überschaubares zu Hause auswandern möchte.


    Vorlieben sind Italien, Neuseeland, USA/Texas

    Für mich wäre das nichts. Ich bin so ein familiärer Mensch. Ich würde nur auswandern, wenn meine Eltern tot wären und niemand mehr hier wäre...